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Der Weg zum nachhaltigen Unternehmen | Interview mit Adam Hall CEO Alexander Pietschmann (Teil 2)

Im Frühjahr 2021 hatten wir ein Interview zur Nachhaltigkeit und Elektromobilität bei Adam Hall in Neu-Anspach veröffentlicht (hier ansehen).
Heute, Ende September des selben Jahres, gibt es gleich mehrere erfreuliche Nachrichten aus dem Unternehmen.
Ein Interview mit CEO Alexander Pietschmann über den Weg zum nachhaltigen Unternehmen, die Herausforderungen dabei und 30.000 neue Mitarbeiter am Firmenstandort Neu-Anspach.


Quellenangabe:
Bilder und Grafiken im Artikel wurden bereitgestellt von der Adam Hall Group (Website)

Facts:

Aktuell erzeugt die PV-Anlage rund 350.000 kWh Strom jährlich

Mit dem Ausbau um weitere 3.500 m2 sollen jährlich ca. 200.000 kWh zusätzlich hinzukommen

Adam Hall deckt 100% des Strombedarfs durch erneuerbare Energien ab und spart damit etwa 300 Tonnen CO2 pro Jahr ein

Ihr habt auf 10.000m² Solarflächen in Neu-Anspach erweitert. Offensichtlich ist Photovoltaik bei euch etwas, das gekommen ist, um zu bleiben. Wie viel Prozent vom Strombedarf im Unternehmen könnt ihr so zukünftig decken?

Ja, Photovoltaik wird uns definitiv weiterhin begleiten.

Wir haben neben der neuen Anlage noch eine Anlage auf dem alten Gebäudedach. Bis 2028 muss die damit gewonnene Energie ins Stromnetz eingespeist werden, das ging damals gar nicht anders. Eigenverwendung war nicht so einfach.

Bei der neuen Anlage nutzen wir den Strom jetzt selbst. Das klappt momentan hervorragend, weil diese Anlage sehr leistungsfähig ist – deutlich leistungsstärker als die vorherige Anlage. Wir haben jetzt im Schnitt über das Jahr ausgerechnet, dass wir sechzig bis siebzig Prozent unseres Strombedarfs über die eigene Stromerzeugung decken, so sieht es momentan aus.

Anteilig davon wird dann wie gesagt noch etwas eingespeist, den Rest können wir direkt verwenden.

Diese sechzig Prozent können wir somit über eigene Elektrizität lösen. Und die restlichen vierzig Prozent kaufen wir dann entsprechend in Form von ökologischem Strom zu.
Es gibt einige zertifizierte Ökostromanbieter. Wir haben uns für Greenpeace Energy als Lieferanten entschieden.
Ich kenne den Geschäftsführer und halte viel davon. Dieser Anbieter unterstützt dann mit einem gewissen Prozentsatz entsprechend auch Greenpeace.

Bevor es da zu falschen Eindrücken kommt – Aktionen wie die von Greenpeace Aktivisten vor einigen Wochen im Stadion beim EM Spiel (Link) machen mich wirklich sauer. Davon distanziere ich mich ausdrücklich.
Aber das hat nichts mit den Leuten von Greenpeace Energy zu tun, die ja den Namen lizenzrechtlich nutzen.

Dort beziehen wir jedenfalls Strom, der wirklich aus ökologischen Quellen kommt. Man muss da genau hinschauen – einige Anbieter mit Ökostromtarif liefern nicht zu 100% ökologischen Strom. Aber, wie gesagt, da sind wir bei zertifizierten Anbietern in guten Händen.

War es schon länger ein größeres Ziel, im Hinblick auf Nachhaltigkeit im Unternehmen, dass ihr zu einhundert Prozent erneuerbar werdet?

Genau. Der Standort ist dann zu einhundert Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben, was wir angestrebt haben.

Das ist etwas, das jede Firma tun kann: hundert Prozent ökologische Energie beziehen, wenn ich das denn als Firmeninhaber bewusst so entscheide.
Dafür muss ich einen zertifizierten Anbieter auswählen und zuerst einmal Ökostrom zukaufen. Ebenso kann ich es im Privathaushalt machen.
Die nächste Stufe im Betrieb ist natürlich dann, den Anteil an selbst produziertem und genutztem Strom hochzufahren.

Bis 2030 wollen wir tatsächlich versuchen, hier am Standort komplett mit eigenem Strom zu arbeiten. Das schaffen wir, wenn wir die alte Anlage entweder noch einmal modernisieren, oder Batterietechnik einsetzen.

Am Standort arbeiten wir von Montag bis Freitag, jeweils von sechs, sieben bis 18 Uhr.
Die Sonne scheint aber sogar noch ein bisschen länger. Und manchmal ist der Bedarf auch einfach kleiner als das, was im Tagesverlauf erzeugt wird.
Hier müssen wir uns künftig mit dem Thema Speicher befassen, sozusagen als „Puffer“.

Einen solchen Pufferspeicher haben wir jetzt schon. Der ist aber nur für eine kurze Notstromversorgung für unsere IT ausreichend. Für die komplette Lagerlogistik, das IT- Center und das gesamte Unternehmen ist ein solcher Batteriespeicher nicht genug.
Wenn es künftig zu Netzaussetzern kommen sollte, wovon ich ehrlich gesagt ausgehe, kann man das mit einem solchen Puffer überbrücken – ein Vorteil, wenn man dann auf eigenen Strom zurückgreifen kann.

Dieses Strom-Speichern bringt natürlich auch wiederum das Sicherheitsthema mit sich, das berücksichtigt werden will. So entstehen natürlich neue Herausforderungen, mit denen wir uns befassen müssen.

Aber unsere Hoffnung ist, dass wir es schaffen, uns bis 2030 selbst zu versorgen und bis 2050 über die ganze Lieferkette als gesamtes Unternehmen klimaneutral zu sein.
Das ist jetzt nicht irgendein utopisches Ziel, sondern es ist das, was die europäische Union sich auch zum Ziel gesetzt hat.
So müssen auch wir uns unsere Gedanken dazu machen und unsere Beiträge leisten.

Aber wir müssen natürlich darauf achten, dass wir die Organisation und vor allem die Menschen bei all dem mitnehmen.

In unserem letzten Interview (Link) hatten wir über Elektromobilität und die Ladeinfrastruktur bei Adam Hall gesprochen. Inzwischen habt ihr auch dort die Möglichkeiten weiter ausgebaut.
Habt ihr gemerkt, dass inzwischen tatsächlich mehr Mitarbeiter elektrisch unterwegs sind bzw. mit den E-Bikes fahren und die Lademöglichkeiten daraufhin entsprechend angepasst? Oder habt ihr vorausschauend gehandelt?

Ich denke, beides ist der Fall.

Wir haben gemerkt, dass die Menschen im Team, die einen neuen Firmenwagen bekommen, mindestens ein Hybridmodell bestellen, manche auch Vollstromer.
Da kommen dann natürlich auch die steuerlichen Vorteile mit 0,5 oder 0,25 statt einem Prozent Versteuerung zum Tragen, das macht sich natürlich schon bemerkbar.

Ich persönlich bin kein Hybrid-Freund, ich denke aber, dass es aktuell für bestimmte Bereiche und Personen als Brückentechnologie funktioniert.
Wenn jetzt natürlich die ganzen Hybridfahrzeuge dazu kommen, steigt entsprechend in der Folge der Bedarf an Ladestationen. Um zu vermeiden, dass die ganzen Hybridfahrzeuge rein mit Benzin fahren, weil sie nicht aufgeladen sind, schaffen wir mit mehr Lademöglichkeiten für die Mitarbeiter die Möglichkeit, den Elektromotor mit Ökostrom während der Arbeitszeit aufzuladen, um den Heimweg nach Feierabend (teil-)elektrisch anzutreten.

In Summe haben wir jetzt 20 Ladestationen, die aber nicht täglich und rund um die Uhr alle belegt sind. Ich würde sagen, dass wir da bei 30-40% Auslastung liegen.

Und ja, das Ganze wurde natürlich auch in Voraussicht auf steigende Zahlen bei den E- Fahrzeugen bei den Mitarbeitern ausgebaut.
Die Mitarbeiter können hier aktuell kostenlos laden, auch die eigenen Elektro- und Hybridautos, die keine Firmenwagen sind.

Das Ganze ist auch mit einem Lademanagement versehen, das aktuell aber noch nicht so eine große Rolle spielt. In der Zukunft wird das aber ein Thema werden:
Zu verteilen, dass beispielsweise ein Teil der Mitarbeiter Montag, Mittwoch und Freitag dort laden kann, die anderen am Dienstag und Donnerstag.
Das muss man dann alles im Detail betrachten. Wir haben eine sehr gute Betreuung von den Mitarbeitern des „Strom bewegt“ Programms des Landes Hessen. Bei dem Programm waren wir, glaube ich, eines der ersten Unternehmen. Das kann ich auf jeden Fall nur empfehlen.

Anm. d. Redaktion: Mehr zum Förderprogramm: Hessisches Förderprogramm „Strom bewegt“

Hinsichtlich der Ladeinfrastruktur ganz allgemein denke ich ohnehin, dass “Laden beim Arbeitgeber“ sicherlich ein sinnvoller und wichtiger Aspekt sein wird – gerade für Menschen, die in Mietverhältnissen leben, wo der Vermieter das Thema Laden bisher nicht angedacht hat oder es einfach aufgrund der baulichen Umstände oder Lage nicht funktioniert, zuhause zu laden.
Dann ist das ja, mehr oder weniger, die einzige Möglichkeit für diejenigen, an Ladestrom zu kommen – außer, man stellt sich nach Feierabend noch irgendwo hin. Deswegen glaube ich, dass wir als Unternehmen da tatsächlich einen wichtigen Baustein für die Elektrifizierung Deutschlands und die Entwicklung der Mobilität bilden.

Zum Organisatorischen ganz allgemein: habt ihr bei euch im Unternehmen eigenes Personal oder sogar eine ganze Abteilung, die sich mit nachhaltiger Entwicklung beschäftigt? Oder ist das bei dir, also bei der Unternehmensleitung, angesiedelt?

Das ist tatsächlich bei mir angesiedelt, aber wir haben auch einen Sustainability-Manager und natürlich unser „Team Green“ – das sind Mitarbeiter aus allen Abteilungen, die sich dafür als Freiwillige gemeldet haben und sich für das Thema Nachhaltigkeit einsetzen.

Wir treffen uns in regelmäßigen Abständen für Besprechungen in der Runde. Dafür haben wir einen Themenspeicher, in dem wir viele verschiedene Dinge ansprechen. Der Sustainability Manager strukturiert diese Themen und wir entscheiden gemeinsam, welche Projekte wir realisieren wollen.
Einen internen Teamchannel dazu gibt es übrigens auch.

Dadurch, dass das ganze Thema so weit oben bei der Unternehmensleitung verankert ist, können wir auch sicherstellen, dass ein Projekt den notwendigen Schub erhält.
Es fragen auch immer wieder Mitarbeiter an, ob man ein bisschen rotieren kann, sodass dann immer wechselnd andere Leute dazu kommen und neuen Input mitbringen.

Wir haben uns in der ersten Stufe auf die interne Kommunikation konzentriert – mehr zu verstehen, wie wir als Menschen im Unternehmen eigentlich funktionieren.

Inzwischen sind wir auch sattelfester und wissen, was funktioniert und was nicht.
Jetzt gehen wir auch mit Themen nach außen – etwa, wenn wir so eine große Investition wie aktuell in diese Ladeinfrastruktur, Solaranlagen und solche Projekte machen. Da müssen wir einfach dann auch darüber sprechen.

Wir sprechen hier über eine unternehmensübergreifende Transformation.
Es ist nicht damit getan, die Immobilie zu betrachten, zu verändern und nachhaltig zu gestalten, das Thema reicht hin bis zum Personal und den von dir angesprochenen Lieferantenketten.
Diese Arbeit bringt zeitlich, organisatorisch und finanziell natürlich einen Aufwand mit sich.
Welchen Tipp hast du für Unternehmer, die anfangen wollen, ihre Unternehmen nachhaltiger zu gestalten?
Du hast schon das Beispiel mit dem Stromanbieter-Wechsel genannt. Was sind weitere solcher Punkte, um vielleicht im Kleinen anzufangen? Oder anders gefragt, wie kann man überhaupt allgemein an das Thema herangehen?

Ich glaube, das Wichtigste ist, das Großprojekt „Nachhaltiges Unternehmen“ in kleine Bestandteile aufzuteilen.
Sonst fühlt man sich – gerade am Anfang – schnell überfordert.
Wir stehen gerade selbst noch ganz am Anfang und müssen die wirklich großen Bretter erst noch bohren, wenn ich das mal bildlich beschreiben darf.

Also haben auch wir uns hingesetzt und das Ganze in Teilprojekte heruntergebrochen.

Zuerst einmal gilt es, Mitstreiter im Unternehmen zu finden und die Leute zu begeistern, sich in interdisziplinären Teams aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen zusammenzusetzen, vielleicht sogar erstmal auf freiwilliger Basis.
Den Mitarbeitern muss ich dann aber auch entsprechend die Zeit und Freiräume für dieses Projekt schaffen.

So kann abteilungsübergreifend eine Shortlist mit Themen zusammengestellt werden, die man angehen kann.
In der Runde kann dann aber zum Beispiel auch entschieden werden, dass man bestimmte Dinge einfach künftig unterlassen möchte.

Es gibt viele gute Ansätze, über die man in solchen Gruppen diskutieren kann – etwa die Überlegung „avoid, reduce, recycle oder compensate“.
Habe ich Materialien oder Dinge im Einsatz die ich, erstens, vielleicht komplett vermeiden kann (avoid)?
Lässt sich die Verwendung nicht vermeiden, kann ich dann den Einsatz reduzieren (reduce)? Wenn ich den Einsatz nicht reduzieren kann, gibt es eine Möglichkeit zur Wiederverwendung (recycle)?
Wenn ich all das nicht kann, kann ich in irgendeiner Weise beispielsweise entstehenden CO2-Ausstoß kompensieren und ausgleichen (compensate)?

Das lässt sich auf vieles übertragen anwenden – Produkte, Lieferkonzepte, das Essen in der Kantine…

Bei Adam Hall haben wir beispielsweise zwei große Blöcke herausgestellt: Mobilität und Logistik – alles, was sich bewegt, die Mitarbeiter inbegriffen.
So haben wir alles zusammengefasst und gesammelt: Thema Geschäftsreisen, Logistik – Wie werden Waren versendet, wie verpackt? Welche Verbraucher haben wir in den Büros? So haben wir unsere Listen und Speicher gefüllt mit zentralen Themen.
Gesundheitsmanagement und BGM-Maßnahmen zählen beispielsweise auch dazu, es geht ja nicht nur um das Thema CO2-Ausstoß, sondern auch darum, die Mitarbeiter gesund und langfristig an Bord zu wissen.

Wir haben dann entschieden, mit dem Thema Internes und Office anzufangen. Das ist sozusagen das, was wir hier alle kennen. So können wir erstmal eine gewisse Sicherheit bekommen und uns einarbeiten.
Ein Beispiel war das Essen in der Kantine – wie lässt sich vermeiden, dass am Ende des Tages zu viele nicht verspeiste Gerichte entsorgt werden müssen?

Es wird entsprechend weniger vorgekocht, was im Umkehrschluss natürlich bedeutet, dass ein Mitarbeiter eventuell erst einmal warten muss nach seiner Bestellung, weil sein Essen dann gezielt frisch zubereitet wird. Und kurz vor der Schließung sind auch nicht mehr alle Gerichte bestellbar, sondern nur noch eine geringere Auswahl.
Das klingt jetzt zuerst einmal so total rudimentär, aber man muss sich mit genau diesen einzelnen, kleinen Dingen befassen.
Dann merkt man langsam, wie man eigentlich vorankommt. Deswegen braucht man die Kleinziele, sonst sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.

So würde ich es auch jedem Unternehmen raten: sich hinsetzen und bereichsübergreifend diskutieren.
Es ist tatsächlich ein bisschen „training on the job“ – ein Prozess, der Stück für Stück ins Unternehmen eingepflanzt wird.
Zu einem späteren Zeitpunkt ist dann natürlich ein Zertifizierungsprozess hilfreich, um das Ganze strukturiert anzugehen.

Wir haben auch noch längst nicht alles erreicht. Mich verwundert es zum Beispiel, wenn ich manchmal sehe, dass einige immer noch Zigaretten weg schnippen – obwohl man ja eigentlich weiß, was so ein Zigarettenstummel mit unserem Grundwasser anstellt, wie giftig der eigentlich ist und dass er sich auch nicht so einfach zersetzt.

Sogar beim Tatort in der ARD hatte ich gesehen, wie der Kommissar die Kippe wegschnippte, als der Fall gelöst war. Das kommt dann lässig und cool rüber, aber wenn die Öffentlich Rechtlichen noch aktuelle Folgen mit so etwas drehen, ist es natürlich schwierig, dafür ein Verständnis in der Bevölkerung zu etablieren.

Mit der richtigen Entsorgung der Zigarette hast du jetzt gerade schon ein Beispiel genannt.
Was kann denn jeder einzelne Mitarbeiter im Kleinen tun, um zu einer guten Gesamtbilanz beizutragen?

Also ich glaube, vor allen Dingen, sich mit dem Thema ein bisschen auseinanderzusetzen ist schon mal der erste richtige Schritt.
Und ich denke, diese Bereitschaft gibt es schon bei vielen Menschen.
Im Privaten, so wie wir in der Firma, hat jeder die Möglichkeit, sich mit Ökostromanbietern zu beschäftigen. Das ist vielleicht nicht einmal teurer, aber einige haben sich mit ihrem Stromtarif ja noch nie in Ihrem Leben beschäftigt.

Natürlich geht es auch um Mobilitätsfragen – muss ich für meine Besorgungen immer das Auto nehmen? Ist diese Geschäftsreise wirklich erforderlich oder geht das vielleicht auch anders? Mobilität ist ein großes Thema!

Auch Ernährung ist ein Thema, mit dem man aber sehr stark in das Leben des Menschen eingreift. Menschen pauschal zur veganen Ernährung zu zwingen, ist aus meiner Sicht zum Beispiel nicht richtig. Ich glaube, das Thema lösen wir auch nur technologisch. Wir müssen schauen, wie wir Fleisch bzw. vielmehr Fleisch-Ersatz, in-vitro-Fleisch, herstellen können, ohne die Massentierhaltung wie wir sie heute erleben, die ja auch für anderweitige Probleme wie z.B. Pandemien verantwortlich ist.

Ich glaube, jeder kann mit kleinen Schritten anfangen, nur müssen wir eben auch in Bewegung kommen. Was mich bei der Politik momentan stört, um das vielleicht als Abschlussstatement zu sagen, ist, dass alles, was umgesetzt wird, nicht wehtun darf.
Aber es tut ja schon weh. Jeder merkt es – natürlich müssen wir uns alle darauf einstellen, dass das Klima sich verändern wird. Aber wir dürfen nicht aufgeben, sondern müssen nach vorne gehen. Und ja, Veränderung heißt auch, dass ich mich selbst und meine Verhaltensweisen verändern muss.

Ich glaube, dass wir technologisch Alternativen schaffen und weniger mit Verboten arbeiten müssen. Daran glaube ich einfach – vielleicht auch deshalb, weil ich Unternehmer bin. Aber ich glaube auch, dass wir als Gesellschaft jetzt gefordert sind. Und da ist auch noch Luft nach oben.

Dann kommen wir zum Abschluss noch zu einer positiven Nachricht.
Vor ein paar Wochen habt ihr ganz stolz gepostet „30.000 neue Mitarbeiter bei Adam Hall“.
Ein Nutzer hat sie dann liebevoll als „Employbees“ bezeichnet. Was hat es damit auf sich?

(lacht) Das entstand tatsächlich initiativ aus der Firma heraus, von Kollegen.
Wir haben Imker im Unternehmen, gleich drei Stück. Wir haben einen Platz gesucht, damit sie ihrem Hobby auch hier nachgehen können.

Die Idee wurde mir vorgeschlagen, und da habe ich direkt gesagt, „Ja klar, das machen wir!“.
Dadurch, dass wir hier wirklich ein weitläufiges Firmengelände haben, haben wir dafür auch ganz gute Bedingungen.
Die Imker haben sich das vorher angeschaut. Wir haben einen Wald hinter dem Firmengelände und riesige Felder um uns herum.

Dann kam diese Initiative und jetzt haben wir 30.000 Bienen, die hier fleißig rumsummen. Und auch ich habe dabei noch ein bisschen was dazugelernt.

Die Bienenvölker sind dafür gedacht, die Biodiversität zu erhalten und etwas gegen das Bienensterben und für die Pollenbestäubung zu tun – und dafür, dass das hier weiter gut funktioniert. 
Es ist nicht so, dass unser Fokus auf Honigproduktion liegt und Adam Hall künftig daraus Profit als Honiglieferant machen möchten.
Sondern es geht wirklich darum, hier noch weiterhin Bienen zu haben. Es ist ein schönes Projekt, das aus der Firma heraus kam und worum die Menschen sich wirklich kümmern.

Für uns sind die drei Bienenvölker der Einstieg in den Naturschutz, aber wir stehen wie gesagt, noch ganz am Anfang. 

Ich bin auch ehrlich gesagt beeindruckt, wie krass die Welt der Bienen eigentlich ist, wie das alles funktioniert. Das ist echt schon ein Wunder der Natur.

Sehr schöne Schlussworte – vielen Dank für das Interview, lieber Alexander!

Zur Website von Adam Hall
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