Wirkung von Licht im Wohnraum und Büro | Interview mit Lichtgestalter Christoph Adlfinger-Pullmann

Licht hat einen entscheidenden Einfluss auf unser Wohlbefinden. Mit der Wirkung von Licht im Wohnraum oder Büro beschäftigt sich “Lichtgestalter” Christoph Adlfinger-Pullmann.
Im Interview spricht er über den optimalen und korrekten Einsatz von Licht im Raum und Themen wie Nachhaltigkeit und Gesundheitsaspekte.

Titelbild: Deutsche Interim AG Frankfurt; Bildquelle: Die Lichtgestalter – Gesellschaft für Licht + Raum mbH

Christoph Adlfinger-Pullmann

Ich bezeichne mich selbst gerne als “Lichtgestalter”, aber in erster Linie bin ich ein Mensch, der sich mit seinem Umfeld und seiner Umwelt befasst – und das auf Grund meiner beruflichen Historie eben schwerpunktmäßig mit dem Bereich Licht.
Ich bin seit 2007 selbstständiger Lichtplaner, davor war ich im Veranstaltungsbereich tätig.

Foto: Christoph Adlfinger-Pullmann

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Gerade im Veranstaltungsbereich habe ich den Umgang mit Licht gelernt. Ich war nicht nur für Licht zuständig, sondern habe eine Kreativ-Abteilung bei einem großen Event-Dienstleister aufgebaut. Da habe ich mich natürlich auch mit Licht als Design-Disziplin auseinandergesetzt. Wenn es um temporäre Installationen geht, kann man Räume sehr stark mit Licht schaffen, inszenieren, beeinflussen und verändern. Das ist das, was ich dann in das Objekt-Lichtdesign in die Architektur übertragen habe, nachdem ich eines der größten Lichtprojekte Deutschlands als technischer Leiter unterstützen durfte – die Sky Arena 2006 in Frankfurt.
Umgesetzt wurde das zusammen mit dem Atelier Markgraph. Dabei habe ich für den Event-Dienstleister in diesem Fall die technische Leitung gemacht und die Steuerung mit geplant und verantwortet. Das war ein Riesenprojekt und nach diesem Riesenprojekt war mir klar: “Größer wird es nicht mehr. Viel interessanter wird es im Veranstaltungsbereich für mich auch nicht mehr”, das habe ich gefühlt.

Da waren Planung, Gestaltung und die Lichtgestaltung das, was mich eigentlich an diesem ganzen Projekt beeinflusst und berührt hat. Auch die Wirkung von Licht in den Dimensionen war unglaublich, nämlich die ganze Stadt Frankfurt, die irgendwie verändert wurde. Das hat dazu geführt, dass ich dann eben in die Lichtgestaltung gegangen bin und das “ins Kleine” übersetzt habe. Es hat angefangen mit Ausstellungen, mit Exponat-Beleuchtung auf Messen, und ging dann über einige Vinotheken, Weingüter, den Ratskeller Würzburg zum Beispiel. Vieles in der Gastronomie dann eben auch.

Mittlerweile ist es so, dass zu meinen Aufgaben auch zählt, beratend und gestaltend tätig zu werden. Und zwar überall dort, wo Licht als Faktor wichtig ist. Und das ist eigentlich überall.
Da ist es mir egal, ob es nur um einen Wohnzimmertisch oder um ein komplettes Hochhauskonzept, eine Außenfläche, Parkbeleuchtung oder ähnliches geht.
Es geht darum, dass wir Licht brauchen und Licht eigentlich gestaltet werden muss, um eine effiziente, nachhaltige Wirkung haben zu können.

Wir sprechen über Licht und Lichtgestaltung im Zusammenhang mit den Orten und Räumen, in denen wir leben und arbeiten. Lassen Sie uns starten mit dem Thema “Licht im Büro”.

Bürowelt Deutsche Interim AG Frankfurt; Bildquelle: Die Lichtgestalter – Gesellschaft für Licht + Raum mbH

Über das Projekt bei der Deutsche Interim AG
Die eigentlich an der Decke (Betonkernkühlung) sichtbaren Kabelführungen wurden durch ein abgependeltes Lichtprofilsystem ersetzt, das nur an einem Punkt mit Strom versorgt wird. So können alle notwendigen Kabel verdeckt geführt werden. Gleichzeitig dient das lineare Profil als großzügige und optische Verbindungsgeste der unterschiedlichen Raumzonen.

Dabei wurde nicht nur auf die Verbindungsgeste geachtet, sondern gleichzeitig größter Wert auf die Qualität der Beleuchtung in punkto Lichtqualität, Lichtfarbe, Individualisierbarkeit und Entblendung gelegt. So entsprechen alle Beleuchtungszonen nicht nur den jeweiligen Normen, sondern vor allem neusten Erkenntnissen zur biologischen Wirkung von Licht auf Wohlbefinden und Effizienz im Arbeitsumfeld.

Welchen Einfluss hat dort das Licht, beispielsweise im Hinblick auf Produktivität und Einsatzfähigkeit der Mitarbeiter?

Einen sehr großen. Licht ist für uns Lebenselixier, nicht nur für den Menschen, für jedes organische Leben. Deswegen hat Licht auch eine ganz eminent wichtige Funktion, was unsere Lebensqualität und Arbeitsproduktivität angeht.
Mit Blick auf Arbeitseffizienz und Arbeitsproduktivität ist es so, dass Licht sich an unseren biologischen, physiologischen Bedürfnissen orientieren sollte.

Über die Evolution haben unser Körper sich darauf eingestellt, dass das Licht unseren Biorhythmus vorgibt. Es gibt eben diesen Tag-Nacht-Rhythmus, der dazu führt, dass wir nachts schlafen und tagsüber effizient sind, arbeiten, leben, wach sind. Das wird alles hauptsächlich getriggert über das Licht, über die Lichtfarbe. Ich will es jetzt nicht zu physikalisch werden lassen. Es geht im Prinzip darum, dass wir möglichst entspannt effektiv arbeiten können. Das sollte das Licht im Büro oder in einem Arbeitsumfeld, egal wo ich arbeite, ermöglichen. Das heißt nicht, dass es möglichst hell sein soll. Und es bedeutet auch nicht, dass es möglichst kaltes Licht sein soll, was dem Tageslicht eigentlich entspricht.

Wenn die Sonne scheint, denkt man, dass das Licht eher warm ist. Aber die Lichtfarbe ist eigentlich eine sehr kalte, das kommt durch den blauen Himmel und die Filterung der Atmosphäre.
Dieses Blaue, der blaue Anteil im Licht, führt dazu, dass wir im Auge nicht mehr richtig scharfstellen können. Das wiederum führt dazu, dass die Iris die ganze Zeit versucht scharf zu stellen, das merken wir nicht, führt aber dadurch die ganze Zeit zu einer Muskelaktivität im Auge. Diese Muskelkontraktionen führen dazu, dass tagsüber Cortisol im Körper ausgeschüttet wird, je blauer das Licht ist.
Und das wiederum bewirkt, dass wir belebt werden. Das hört aber dann auf, wenn es dunkel wird. Genauer, wenn das natürliche Licht mehr in den gelblichen, orangen Teil übergeht, was wir im Sonnenuntergang haben. Dann geht der Körper erst mal in Entspannungsmodus. Das braucht er aber auch.

Bürowelt Deutsche Interim AG Frankfurt; Bildquelle: Die Lichtgestalter – Gesellschaft für Licht + Raum mbH

Wir können trotzdem noch effizient arbeiten, solange es hell genug ist. Am Nachmittag stellen wir ja nicht jegliche Tätigkeit ein und legen uns direkt ins Bett, wir haben einfach einen anderen Lichteinfluss. Und das ist auch im Arbeitsumfeld ganz wichtig. Der Haupt-Lichtanteil, den wir tagsüber brauchen, um belebt zu werden, ist ein bläuliches, kaltes Licht.
Das kriegen wir eigentlich in Tageslichtumgebung sowieso von der Natur geliefert, nämlich von außen durch die Fenster.

Das heißt, das müssen wir eigentlich nicht künstlich nachahmen, außer natürlich in Räumen ohne Tageslicht. Ich bin ein Verfechter von nicht unbedingt direkt auf uns einstrahlendem Kaltlicht, sondern ich bringe über einen indirekten Anteil, das heißt gegen die Decke strahlend, Tageslichtfarben, eher kaltweißes Licht und dem Tagesverlauf angepasstes Licht, in den Raum. Als direkt strahlendes Licht, wenn wir über einen Büroarbeitsplatz reden, wo ich ja eine Computertastatur und sowieso viel blaues Licht über den Monitor vor mir habe, plane ich immer maximal 3.000 Kelvin ein. Das heißt, warmweißes Licht, eher noch 2.700 Grad Kelvin. Allein deshalb, weil wir in warmweißem Licht am besten scharf sehen können.

Arbeitsflächen tagsüber warmweiß ausleuchten

Das Zentrum des scharfen Sehens beim Menschen heißt im Auge der gelbe Fleck, das heißt nicht umsonst so. Der schwarz-gelb-Kontrast ist der härteste Kontrast. Darüber können wir am entspanntesten scharf sehen. Bei allem, was wir direkt auf der Arbeitsfläche haben, ist es gut, wenn wir das auch tagsüber in warmweißem Licht haben, solange wir das kaltweiße Licht außen herum haben. Das konzentrierte Arbeiten am Arbeitsplatz ist einfacher, wenn ich ein warmweißes Licht habe. In den Abendstunden ist es so, dass auch der indirekte Lichtanteil, der Kunstlicht-Anteil im Raum, eher in warmweiß übergehen sollte.

Dazu gibt es mittlerweile einige Studien, zum Beispiel von Bartenbach (Link zu Lichtakademie Bartenbach). Man hat nachgewiesen, dass die Arbeitseffizienz am Abend steigt, wenn wir uns einer Warmlicht-Umgebung aussetzen. Je später es ist, desto wärmer das Licht, als kleine Faustformel. Natürlich bedeutet das nicht, am Abend im Kerzenlicht zu arbeiten. Aber eben nicht bei diesem “klinischen Licht”, das man mit Krankenhäusern oder Zoll- und Polizeistationen verbindet: kaltweißes Licht, was eigentlich nur unangenehm ist. Besonders abends wird es immer unangenehmer. Das führt dazu, dass wir schneller ermüden, weil das Auge eben nicht scharfstellen kann. Zudem stresst die Ausschüttung von Cortisol am Abend den Körper.

Es ist in unserer Evolution nicht hinterlegt, dass wir zwölf Stunden am Tag unter Stress sind.
Der Körper muss irgendwann entspannen. Das heißt nicht, dass wir nicht mehr effizient sein können, sondern das heißt, wir müssen uns einer Lichtumgebung aussetzen, die uns entspannen und trotzdem konzentriert arbeiten lässt. Das geht bis zu einem bestimmten Punkt. Irgendwann ist einfach Müdigkeit angesagt, körperliche Müdigkeit, das hat dann nichts mehr mit dem Licht zu tun. Aber Licht kann zumindest unterstützen, dass wir länger fit bleiben und länger effizient arbeiten.

Streichhölzer brennen; Quelle: Stock Footage (Pixabay)

Schön ist auch wenn man sich überlegt, wo denn das Kunstlicht herkommt. Das kommt über das Feuer. Als das Feuer entdeckt wurde konnten wir uns den Tag verlängern. Feuer ist eigentlich, wenn man es sich genau überlegt, auch ein natürlicher Prozess, was das Gleiche macht wie das Tageslicht. Es wird angezündet und bevor es richtig aufglimmt fängt es über ein Rot-Gelb an und wird zu einem “Fast-Weiß”. Feuer wird nie weiß, sondern hat immer diesen gelblichen Charakter.
Wenn es ausgeht, das kennen wir von der Kerze, wenn die Kerze runter brennt, nimmt das Gelb immer mehr ab, wird leicht rötlich, geht dann relativ schnell in dieses Blau. Und dann geht sie aus. Das macht ein Feuer, das macht ein Glühfaden bei der Glühbirne, das macht ein Glühfaden in der Halogenlampe. Das waren eigentlich fast “natürliche Verbrennungsprozesse”, die wir früher in den Lichtquellen hatten. Die haben uns gutes Licht als Kunstlicht geliefert.

Jetzt müssen wir uns das künstlich bauen über LED, beziehungsweise wenn Sie noch Halogen haben, diese bitte weiter nutzen. Über Energieeffizienz reden wir ja gleich noch, das ist hier dann vielleicht nicht unbedingt das richtige Thema. Aber die Energieeffizienz steht ja auch dann ein bisschen gegen die Gesundheit. Man kann mit LED auch gutes Licht schaffen, das ist ein bisschen aufwendiger, aber es geht. Im privaten Bereich plädiere ich dafür, wenn man es nicht unbedingt muss, die Glühbirnen noch nicht wegzuwerfen. Der Energieverbrauch ist so hoch dann auch wieder nicht, so lange brennen Glühbirnen ja auch nicht.

Welche Produkte oder Lösungen helfen schon bei der Planung von Bürowelten, sodass man ein produktivitätsförderndes Umfeld schaffen kann?

Es hat ja mittlerweile auch in den Arbeitsstätten Verordnungen Niederschlag gefunden, dass das Licht blendfrei sein soll. Blendfrei heißt nicht, dass man die Lichtquelle gar nicht mehr sieht, sondern die Direktblendung eigentlich vermieden wird. Und die Reflektion über den Bildschirm nicht entsteht. Das schaffe ich zum einen dadurch, dass ich entblendete Leuchten nehme.
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten: lineare Leuchten, Einzellichtpunkte oder diffuses Licht. Darüber hinaus geht es auch um die Platzierung der Leuchte. Das heißt, sie sollte nicht hinter mir sein, da beschatte ich mir erst mal meinen Arbeitsplatz selber und habe natürlich das Leuchtmittel direkt als Reflexion im Monitor. Sprich, Platzierung und Art des Leuchtmittels sind entscheidend.

Und dann ist eben die Lichtfarbe auf dem Arbeitsplatz wichtig, das sollte immer ein Warmweiß sein. Das ist eine sehr kontroverse Diskussion, aber ich habe ja erklärt, warum ich das so sehe und auch verfechte. Und ich habe bisher auch nur gute Rückmeldungen aus den Büros, die ich gemacht habe, von daher kann es so falsch nicht sein. Es gibt aber zu wenige tatsächliche wissenschaftliche Belege dafür, was Licht wirklich mit uns alles macht. Es ist ja nicht nur, dass ich gut sehe, sondern man fühlt sich auch anders. Licht beeinflusst auch unseren Geschmack, unser Gehirn, alles. Der Körper des Menschen ist smart und er reagiert vernetzt auf äußere Einflüsse. Genauso reagiert er auf Lärm, auf Luftzug und Gerüche und eben auch auf Licht. Das muss man alles zusammen sehen, und da gibt es einfach noch zu wenige wissenschaftliche Erkenntnisse.

Aber zurück zum Arbeitsplatz: wenn man die Möglichkeit hat die Lichtfarbe des indirekt strahlenden Lichts zu beeinflussen, zu planen, dann kann man das durchaus, wenn man denn keine Fenster oder nicht ausreichend Tageslicht im Raum hat, zum Beispiel mit cirkadianen Leuchten. Es gibt verschiedene Hersteller, das hat mittlerweile eigentlich fast jeder im Angebot.

Cirkadian bedeutet bei Leuchten, dass ich im Prinzip eine programmierbare Leuchte habe, die das Weißlicht, also die Weißlichtfarbe wechselt, von warmweiß zu kaltweiß.Also irgendwas zwischen 2.400 und 7.000 Grad Kelvin. Das ist so in etwa der Bereich, den man beeinflussen kann. Das kann man vorprogrammiert haben, das kann man selber einstellen. Das macht Sinn. Oder man sagt, tagsüber habe ich den indirekten Anteil mit 4000 Grad Kelvin fest. Auch das hilft schon, dass ich da ein eher bläuliches Licht, ein Licht mit einem höheren Blauanteil habe, ganz grob vereinfacht gesagt.

In den letzten Monaten hat die Pandemie viele Mitarbeiter ins Homeoffice gezwungen. Lampen, die man von warm- zu kaltweiß wechseln kann, sind ein Beispiel, was man auch für das Büro zuhause kaufen kann.
Was kann man sonst zuhause, wo ja oft dann einfach nur ein kleiner Schreibtisch oder im schlimmsten Fall sogar der Küchentisch als Arbeitsplatz herhalten muss, lichttechnisch machen? Dort hat man ja eigentlich Lichtkonzepte für komplett andere Zwecke geplant.

Hoffentlich ist es in den meisten Fällen so, dass man zuhause warmes Licht hat, wo man sich eher wohlfühlt. Intuitiv machen viele das schon richtig, dass sie sich zuhause eher mit warmem Licht bestrahlen. Eigentlich ist es gar nicht so schwer, wenn das Licht nicht unbedingt blendet und man den Monitor gut sehen kann, dann muss man eigentlich gar nicht viel machen.
Man hat das warmweiße Licht, das den Arbeitsplatz hell macht. Vielleicht nicht hell genug und exakt wie es die Arbeitsstätten Verordnung vorsieht. Ich weiß nicht, ob man immer 500 Lux am Arbeitsplatz braucht. Es geht darum, dass man entspannt und gut sehen kann.
Wenn ich zum Beispiel einen weißen Tisch habe, dann können 500 Lux schon weh tun.

Arbeitsplatz am Küchentisch; Quelle: Stock Footage (Pixabay)

Zuhause ist es meistens doch so, dass man vielleicht eine Schreibtischlampe hat. Wenn man sie nicht hat, wenn man den Küchentisch hat, dann ist es in der Küche aber eigentlich meistens hell genug, denn man schneidet ja in der Küche auch und da will man sich ja auch nicht in die Finger schneiden. Das heißt, man hat gewissermaßen einen “Arbeitsplatz” in der Küche.
Ich sehe das gar nicht so dramatisch, gerade zuhause habe ich meistens gutes Licht. Wenn es darum geht worauf ich achten soll, dann würde ich eine Schreibtischlampe dazu stellen, wenn es denn nicht reicht, die aber wie gesagt warmweißes Licht auf die Arbeitsfläche bringt.
Ich glaube, viel schwieriger ist im Homeoffice zum einen der Platz für den Rechner und für die Ordner und was ich sonst noch so brauche. Zum anderen der richtige Stuhl, den hat man nämlich meistens nicht. Das ist aber wichtig, gerade wenn man stundenlang in Videokonferenzen sitzt.

Mehr zum gesunden und aktiven Homeoffice gibt es hier.

Im Innenraum wird künstliches Licht insbesondere in der dunklen Jahreszeit benötigt. Entsprechend steigt dann der Stromverbrauch.
Was können Sie zu dem Thema Licht und Nachhaltigkeit sagen?

Schwieriges Thema. Nein, eigentlich ist das gar nicht so schwierig, aber es wird dadurch schwierig, dass die Industrie uns die LED als “Allheilsbringer” vorgegaukelt hat was die Nachhaltigkeit angeht. Und vor fünf, sechs Jahren wurden einfach schlechte LED als tolles Licht verkauft. Das heißt, es ist eigentlich das Gleiche passiert wie mit den Energiesparlampen, nur bei der LED ist es glücklicherweise nicht ganz so schlimm, weil man die Technik hier inzwischen weiterentwickelt hat. Und weil Anforderungen von Menschen wie mir kommen, also von Lichtplanern, Lichtgestaltern, Forschern, die sich immer mehr mit der Wirkung von Licht beschäftigen.

Die Lichtfarbe ist nicht alleine das, was wichtig ist, sondern auch die Farbwiedergabe.
Ein kleiner Exkurs: Licht selber kann man nicht sehen, man sieht immer nur das, was vom Licht reflektiert wird. Man hat immer ein gewisses Spektrum, was man sehen kann. Und wenn im Licht wenige Farben enthalten sind, dann sehe ich sie nicht richtig. Ein gutes LED-Licht muss auch ein sehr breites Spektrum weißen Lichts mitbringen in der Strahlung. Es soll warmweiß sein, es soll ein breites Spektrum haben, das sind sehr hohe Anforderungen an die Leuchtmittel LED, weil das ja ein künstlich geschaffenes Licht ist.

Aus einem blau emittierenden Chip wird es angereichert, sodass man eben möglichst viel des Spektrums über das ganze Weiß abbilden kann und damit eben Lichtfarben erhält. Und das ist auch energieaufwendig. Das ist jetzt vereinfacht, aber man kann das im Prinzip so sehen:
Je wärmer die Lichtfarbe ist, desto weniger ist es energieeffizient, und desto energieaufwendiger ist auch das Licht der LED. Es ist immer noch energiesparender und viel effizienter als jede Halogenlampe. Aber lange also nicht so energieeffizient wie zum Beispiel schlechte Straßenbeleuchtung, die wir vor zehn Jahren auf unsere Straßen bekommen haben. Die wir jetzt hoffentlich nach und nach alle austauschen, weil sie nämlich unsere Augen kaputtmachen und unser Wohlbefinden stören.

Nachhaltig wird Licht erst dadurch, dass man das Thema ganzheitlich betrachtet

Das heißt aber auch, dass die Energieeffizienz, die uns vor zehn Jahren von der LED-Branche versprochen wurde, lange nicht so hoch sein wird, wie es angekündigt wurde. Wir reden da von einer Energieersparnis von 80-85 Prozent, die uns mal vorgegaukelt wurde. Bei richtig gutem Licht liegt sie vielleicht noch bei 70 Prozent oder 65 Prozent. Ist immer noch sehr viel. Von daher, mit gutem Licht kann man schon sehr viel Energie sparen. Und nachhaltig wird es aber erst dadurch, dass man eben auch alle Faktoren berücksichtigt, also das Thema ganzheitlich betrachtet.

Es ist mit Sicherheit kein nachhaltiges Licht, wenn ich mir hoch energieeffiziente LED ins Zimmer hänge und nach 15 Jahren physiologische, körperliche Störungen habe. Sei es, dass ich Brille tragen muss oder dass es mir einfach nicht gut geht. Ich behaupte, über die Über-Stressung werden durchaus auch Burnout Syndrome zumindest befördert. Ob sie ausgelöst werden kann ich nicht sagen, da gibt es auch zu wenige Untersuchungen.
Aber es gibt ja auch diese Disziplin in der Natur, da sind wir bei den Heilpraktikern, wie Lichttherapie, das kommt ja nicht von ungefähr. Das sind alles Sachen, woran man sehen kann, Licht ist schon sehr wichtig. Und da muss man dann wissen, dass eben gutes Licht relativ energieaufwendig ist, weswegen wir dadurch auch weniger sparen. Im Büroumfeld macht es absolut Sinn, dort, wo es um große Flächen geht, alles auf gutes LED-Licht umzustellen. Da spare ich auf jeden Fall ganz viel.

Im privaten Bereich bin ich mir da noch nicht ganz so schlüssig, weil man ja nicht immer alle Leuchten, die man hat, erneuern will. Und wenn ich eine E27 Glühbirnenfassung in meiner Lieblings-Leuchte habe, dann würde ich versuchen, weiterhin mit der Halogenleuchte, die ich immer darin habe, das Ding zu bestücken.

Die E27 LED-Lampen, die es so gibt, also der Glühlampenersatz, die haben selten die Qualität einer Halogenlampe. Und so lange sind die Brennzeiten nicht, dass man da so viel Energie spart. Wie gesagt, die gesundheitlichen Wirkungen können eventuell größer sein.
Es wird besser, auch die Ersatzleuchten. Leuchtmittel werden besser, aber solange sie nicht die Qualität einer Halogenlampe erreichen und man nicht unbedingt eine neue Leuchte kaufen will, die ja auch nicht billig sind, kann man es guten Gewissens auch noch bei der Halogenlampe belassen, so man sie noch bekommt. Das ist ja dann ein anderes Thema.

Wir betrachten das Gesamtbild “Stadt” – dort kann man immer seltener überhaupt noch die Sterne sehen, insbesondere bei Großstädten. Dafür kann man schon weit entfernt von der Autobahn aus erkennen, dass ein rötlicher Schimmer die Stadt umgibt.

In Hessen gibt es beispielsweise in der Rhön Orte, die totale Finsternis bieten, und damit auch eben für Leute aus der Stadt einen Reiz haben. Zum Beispiel für den Wochenendausflug oder einfach mal, um überhaupt diese natürliche Dunkelheit zu erleben, was man schon gar nicht mehr kennt.
Aber im Vergleich mit beispielsweise asiatischen Großstädten sind wir da noch relativ harmlos mit unseren deutschen Städten.

Blick auf das nächtliche Shanghai im Nebel

Bringt dieses viele Licht nicht auch eine gewisse Gefahr im Hinblick auf Gesundheit?

Ja, mit Sicherheit. Das ist eine ganz große Gefahr. In der Forschung spricht man von dem Begriff “Signal to Noise”, das kommt eigentlich aus der Tontechnik. Das heißt, ich muss, um ein Signal zu hören, immer lauter werden, weil die Umgebung immer lauter wird. Und das gleiche passiert mit dem Licht. Ich muss immer heller werden, um überhaupt noch das Licht über die “Lichtsuppe”, die ich sowieso habe, zu setzen.
Dadurch, dass unsere Umgebung immer heller wird, muss ich, um etwas zu inszenieren, das mit mehr Licht tun. Licht ist im Dunkeln auch Orientierung, und ich kann nur Orientierung schaffen, indem ich Orientierungspunkte herausarbeite.

Wenn ich eine Fläche über ein Flutlicht ganz hell mache, dann nützt mir das gar nichts.
Die Fläche ist dann zwar hell, aber ich kann mich nicht orientieren in der Fläche, sondern das ist einfach eine helle Fläche die irgendwas, nicht mal gescheite Ecken oder Kanten abbildet. Das heißt, um Orientierung zu haben muss ich heller werden. Das ist auch ein Punkt, den die Werbung für sich entdeckt hat. Um Leuchtwerbung überhaupt sichtbar zu machen, muss die Leuchtwerbung immer heller werden. Es gibt glücklicherweise in Deutschland viele Städte wo zumindest Bewegtbild als Leuchtwerbung verboten ist. Diese Videowände, die man aus Asien oder Amerika kennt, gibt es in deutschen Städten glücklicherweise noch relativ selten. Das würde zu einem totalen Overkill führt, einer Reizüberflutung. Und das ist aber bei uns im Alltag eigentlich auch so.

Wir umgeben uns mit viel zu viel Licht. (…) Ich plädiere sehr dafür, das Ganze eher mal herunterzufahren.

Wir umgeben uns mit viel zu viel Licht. Damit wir überhaupt noch einen Effekt haben, dieses schöne Licht, was wir eigentlich ja haben wollen, zu erfahren, müssen wir noch heller werden.
Ich plädiere sehr dafür, das Ganze eher mal herunterzufahren. Eine Straße wird nicht dadurch angenehmer oder vertrauenserweckender, dass man sie heller macht, sondern indem man Orientierung schafft. LED wird oft auch so gemacht, dass sie so ausgerichtet werden, dass nur die Wege beleuchtet sind oder die Straßenflächen und Wege beleuchtet sind, aber die Gärten dahinter gar nicht mehr. Das kann auch zu einer bedrohlichen Situation führen, wenn ich durch eine Straße gehe, wo nicht einsehbare Vorgärten sind. Das ist natürlich der Fall, wenn am späten Abend und in der Nacht in den Häusern keiner mehr Licht an hat und wenn sie alle ihre Rollläden unten haben. Früher war es so, da hat das Licht überall hingestreut. Das hat auch Vorteile, nicht nur Nachteile.

Stadtplanung darf den Hausbesitzern keine Vorgaben machen

Jetzt ist es so, dass das Licht ganz konzentriert auf der Straße ist, oftmals viel zu hell, wodurch ich dann rechts und links dunkle Zonen habe. Das führt nicht dazu, dass ich mich wohlfühle. Das ist auch etwas, das man eigentlich miteinander abstimmen muss. Sind da Hausnummern, die beleuchtet sind? Sind da Vorgärten, wo Leuchten drin stehen?
Das kann ich als städtischer Planer nicht beeinflussen, ich darf dem Hausbesitzer nicht sagen, wo er eine Leuchte hinstellen muss oder dass er eine beleuchtete Hausnummer benötigt. Aber das muss ich berücksichtigen bei der Lichtplanung.

Nach Vorgaben vom Gesetzgeber sollen, auch aus Insektenschutz-Gründen, nur noch die Flächen beleuchtet werden. Das ist alles richtig. Aber man muss abwägen, ob ich nicht auch irgendwie einen Schimmer weiter nach hinten geben kann. So muss man eigentlich, um überhaupt planen zu können, das Licht ausschalten und wieder neu anschalten. Dann kommt man zu Situationen, dass man nicht über die Helligkeit nochmal neue Helligkeit schafft. Was natürlich in Straßen, wie wir es Anfang der 2000er erlebt haben, dazu geführt hat, dass wir plötzlich ganz helle Straßenzüge bekommen haben über LED, die uns einen taghellen Eindruck erweckt haben. Die Nacht war nicht mehr Nacht, sondern die Nacht wurde tatsächlich zum Tag gemacht.

Ich bin mal, irgendwann um das Jahr 2010 herum, über Köln geflogen. Da ist mir das ganz extrem aufgefallen, die Stadt war wie ein Schachbrett. Da gab es Zonen wie die Altstadt, wo alles in den Natriumdampflampen, also gelblich beleuchtet war. Und direkt daneben ein komplett mit LED ausgestattetes Gebiet, was wirklich alles weiß überstrahlt hat. Und daneben wieder Natriumdampf, und dann eben wieder weiß. Das war ganz krass. Da hat man richtig gesehen in welchem Stadtteil man sich nicht aufhalten will, das sah von oben beleuchtungstechnisch aus wie ein Fußballfeld. Da wird ja glücklicherweise dran gearbeitet, aber das ist eben genau das, was wir bei uns in den Städten in der Vergangenheit viel zu wenig diskutiert haben.

Tunnel vorher-nachher; Bildquelle: Die Lichtgestalter – Gesellschaft für Licht + Raum mbH

Wir brauchen hellere und dunklere Flächen zur Orientierung

Anfang der 2000er hatten wir diese Angstraum-Diskussion. “Wir müssen Flutlicht hin packen und Videokameras und dann gehen die bösen Buben weg”. Das ist ja nicht passiert, mittlerweile kommt man wieder da hin, dass man Plätze dadurch belebt, dass man sie eigentlich angenehmer ausleuchtet, indem man Inszenierungspunkte schafft oder Bänke schafft, wo “Leselampen” stehen – Lampen, die einem eigentlich einfach nur die Sitzzone erhellen.
Natürlich muss der Platz insgesamt ausgeleuchtet sein, aber es muss hellere und dunklere Flächen geben. Finstere Ecken und Flächen natürlich dann nicht. Aber das bedarf viel mehr der Planung als es früher der Fall war.

Heute kann man mit LED viel mehr inszenieren, man muss aber viel mehr darauf achten “was tue ich denn hier eigentlich?”. “Muss ich da hinten vielleicht noch eine Mauer beleuchten, damit ich das Ende vom Platz erkenne und damit die Büsche nicht ganz so dunkel wirken?”
Solche Dinge gilt es zu berücksichtigen.
Ich bin kein Freund von Fassadenbeleuchtung, aber manchmal braucht man als Orientierung doch einen Punkt, was man erreicht, wenn man Fassaden oder kleine Ecken mit beleuchtet. Wie gesagt, alles vorsichtig und nicht zu hell, es wird immer noch gerne gemacht, dass man sehr hell wird.

Gut gemeint, aber falsch angewendet. Wahrscheinlich ist der Hintergedanke, dass, wenn es hell ist, der Nachhauseweg für Spaziergänger, die alleine unterwegs sind, sicherer ist, oder?

Genau. Es wird auch viel zu selten gemacht, dass man über smarte Leuchten in den Städten auch Umstände schaffen kann, dass man nicht immer alles hell hat, sondern dass man auch Zonen hat die eben, wenn niemand da ist, einfach gedimmt sind. Wo man nicht die Leuchte in voller Kraft durchlaufen lassen muss, oder dann irgendwann herunterschaltet auf geringere Leistung.
Ein Straßenzug ist beispielsweise mit 20 Prozent Leuchtleistung der Leuchte ausgeleuchtet. Wenn dann jemand in die Straße rein geht, wird es entsprechend heller. Im Prinzip wie der Bewegungsmelder den wir zuhause haben. Das funktioniert, das ist leicht realisierbar, aber es wird viel zu selten gemacht. Damit spart man Energie und schafft eigentlich in vielen Bereichen diese Überstrahlung ab.

Ist das ein Kostenthema? Ist diese Technologie mit den Bewegungssensoren einfach noch zu teuer?

Wenn das ein Kostenthema ist, dann weiß ich auch nicht. Es dient unserer Gesundheit. Und die Insektendiskussion, die wird ja immer lauter, der dient es auf jeden Fall auch. Da kommen noch ganz andere Faktoren wie Lichtfarbe und Leuchtpunkthöhe dazu. Wichtig ist nämlich auch, wie hoch die Leuchte ist, damit die Insekten nicht gestört werden. Und nicht nur die Insekten, es geht ja auch um Fledermäuse oder um Vögel, die nachtaktiv sind. Das sind alles Sachen, die man berücksichtigen und planen muss, weil ich das Licht der LED eben ganz anders beeinflussen kann.

Ich kann auch künstlich Wellenlängen aus dem Licht herausnehmen, wenn diese Insekten, Vögel oder sonst wen stören, oder für uns schädlich sind. Das kann man alles machen, nur dann müssen die Hersteller eben auch bereit sein, das zu tun und die Planer müssen die Forderungen stellen. Das kommt mehr und mehr, aber es muss natürlich dazu, um Forderungen zu stellen, auch wissenschaftliche Erkenntnisse geben. Die brauchen logischerweise ein Weilchen, vieles ist nie richtig untersucht worden. Man hatte aber auch noch nie die Möglichkeiten, die einem die LED heute bietet, das muss man fairerweise dazu sagen.

Wenn Lampen gedimmt werden können in Zeiten, wenn sowieso keine Menschen in der Straße unterwegs sind, hat man da ja letzten Endes einen Einsparfaktor.

In vielen Fällen ist es so, dass man über die Einsparung, die man mit einer LED erzielt, eigentlich im Rahmen der bisherigen Betriebskosten die LED finanzieren kann, über sechs, sieben Jahre – und die hält ja länger. Also ich meine, das ist auf jeden Fall finanzierbar.

Das ist ja auch der Hintergedanke der verschiedenen Klima-Initiativen und Förderprogramme die es gibt, dass man eben sagt, “investiert da, das lohnt sich für euch”. Man muss nicht mal investieren, sondern einfach nur schlau finanzieren. Stellen Sie sich vor, Sie haben Betriebskosten von 1.000 Euro im Monat. Unter den Annahme, dass es keine Erhöhung der Betriebskosten gibt, betrachten wir den Umstieg auf LED.
Der Strombedarf geht mit dem Umstieg runter, ich habe viel geringere Wartungskosten. Wenn ich das alles hinein rechne, kann ich mit diesen 1.000 Euro meine komplette neue LED-Anlage finanzieren, die ist beispielsweise dann nach sechs Jahren finanziert. Und wenn sie dann zehn oder sogar zwölf Jahre lang läuft, habe ich die restlichen vier bis sechs Jahre mehr Geld in der Kasse, weil ich plötzlich spare. Das war jetzt vereinfacht erklärt, aber das sind beispielsweise solche Aspekte, die zu überlegen sind. Also deswegen ist das Kostenargument immer ein bisschen schwierig.

Wenn wir darüber sprechen, Intelligenz mit in die Städte zu bringen, dann reden wir aber auch darüber, beispielsweise Sensoren in die Leuchten zu integrieren. Warum packe ich denn da keinen WLAN-Repeater mit rein, warum packe ich denn da keine Ladestation ab und an mal zur Leuchte mit dazu? Da muss man einfach viel vernetzter denken.

Eine Leuchte ist jetzt nicht mehr nur eine Leuchte, sondern kann viel mehr. Die kann auch Besucherströme, also Menschenströme messen. Das muss ich nicht mit einer Kamera machen. Das kann man auch mit Sensorik machen, Kameras sind ein etwas heikleres Thema. Die Masten stehen irgendwo in der Gegend herum und leuchten. Das ist schön, aber die könnten viel mehr, wenn man sie denn lässt. Und wenn man darüber nachdenkt – natürlich kostet dieser Mast mit der Leuchte oben dran mehr. Aber er leistet ja auch viel mehr. Der leistet ganz viel für meine Stadt, für mein Umfeld, das muss ja nicht nur eine Stadt sein. Man muss nur darüber nachdenken und die Projekte aufsetzen.

Also da gibt es ganz viele Möglichkeiten, man muss es einfach nur tun.

Fortsetzung des Interviews mit Christoph Adlfinger-Pullmann im 2. Teil

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